TIP: http://www.gassi-tv.de/


1. POL-E: Präparierter Köder für Hunde/Katzen
2. Bislang Unbekannter legt Giftköder für Hunde aus
3. Neuenkirchen: 50 Meter Strand für Hunde am Offlumer See beantragt
4. Zwangseinweisung in Tierheim: Hundehalter muss zahlen
5. Tagesplatz für Tibetterrierrüden in Ratingen gesucht
6. Hilfe für Hunde von wohnungslosen Menschen
7. Verhandlung gegen Hundehändler aus Dorsten
8. Überflüssig und teuer - Grönlands großes Hundesterben - Die Tragödie der Schlittenhunde
9. Experte erschrickt über Gefahr: 23-Jähriger "vergisst" Giftschlangen
10. Wer hat Senta am Freitagnachmittag gesehen?
11. Nachdenkliche Worte einer Tierheimleiterin
12. Leverkusen: Räude bei Füchsen +++ Infektionsgefahr für Hunde und Katzen
13. Zwischen Tierquälerei und Mythos 100'000 Dollar für einen Trip durch Eis und Kälte
14. Wie fotografiere ich eine Welpe
15. "Bambi-Krieg" gegen die Deutschen  
16. Importbann wegen Robbenjagd





1. POL-E: Präparierter Köder für Hunde/Katzen
04.03.2007 - 04:25 Uhr, Polizei Essen    [Pressemappe]
Essen (ots) - Frohnhausen, 04.03.07 Eine Hundebesitzerin fand bei einem Spaziergang mit ihrem Hund am Samstag gegen 16:40Uhr an den Altglascontainern des Parkplatzes der Bezirkssportanlage Raumerstraße ein mit Stecknadeln gespicktes Stück Fleisch. In dem rohen, ca. 200g schweren Stück steckten mindestens fünfzig Nadeln. Sehr wahrscheinlich wurde das Köderstück ausgelegt, um freilaufenden Tieren zu schaden. Weitere Fleischfunde wurden bislang allerdings  nicht gemeldet. Haustierbesitzer dieses Stadtteils werden trotzdem  gebeten, auf ihre Tiere zu achten und ähnliche Funde
anzuzeigen.(Leh.)
ots Originaltext: Polizei Essen
Digitale Pressemappe:http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=11562
Rückfragen bitte an: Polizei Essen, Pressestelle, Telefon: 0201-829 2454
pressestelle@essen.polizei.nrw.de, http://www.presseportal.de/polizeipresse/p_story.htx?nr=949614





2.
Bislang Unbekannter legt Giftköder für Hunde aus
Seit Monatsanfang sind mindestens acht Vierbeiner in Rheinbach und Umgebung verletzt worden
Von Doris Pfaff
Rheinbach. Mit lebensbedrohlichen Vergiftungen mussten Hundehalter in den vergangenen Tage mindestens acht Hunde in Rheinbach in tierärztliche Behandlung bringen, weil sie vergiftete Köder gefressen haben. Die Stadt Rheinbach, der Rheinbacher Hundeverein sowie die Polizei sind alarmiert und raten den Besitzern zu besonderer Vorsicht.
Auch Eltern werden gewarnt, ihre Kinder in der Gegend zwischen Rheinbach und Wormersdorf spielen zu lassen. Hintergrund sind gleich mehrere Taten. Den Stein ins Rollen brachte am Dienstag Matthias Perner aus Rheinbach. Zusammen mit weiteren Mitgliedern der Rheinbacher Hundefreunde und deren Tieren war der Familienvater am vergangenen Samstag gegen 16 Uhr mit seiner Labradorhündin Mona auf einem befestigten Wirtschaftsweg zwischen Rheinbach und Wormersdorf unterwegs. Gut anderthalb Stunden später zeigte die zweieinhalbjährige Hündin erste Vergiftungsanzeichen. Sofort suchte er mit dem Tier die Rheinbacher Tierärztin Christiane Langner auf, die Perners Hund nach der ersten Versorgung zur intensiven tierärztlichen Behandlung in einer Bonner Praxis schickte.
"Seit Donnerstag letzter Woche ist das nun allein in meiner Praxis der vierte Fall", bestätigte die Tierärztin auf GA-Anfrage. Ob auch ihren Kollegen oder der Polizei weitere Fälle gemeldet wurden, war ihr nicht bekannt. Vorher habe es nach ihrer Kenntnis in Rheinbach solche Fälle nicht gegeben. "Alle Hunde waren im Bereich Rheinbach, Wormersdorf, Altendorf-Ersdorf und Neukirchen unterwegs", so Langner.
Um welches Gift es sich handelt, konnte sie nicht sagen. "Aufgrund der Symptome vermute ich aber, dass es das gleiche Gift war. Einer der Hundebesitzer hat einen präparierten Fleisch-Köder gefunden, der nun untersucht wird." Auch Perner hat den Weg noch einmal abgesucht und Hundekekse gefunden, von denen er vermutet, dass sie vergiftet sind. Perner hat laut Polizeiangaben bisher als einziger eine Strafanzeige gestellt. Dass es dennoch weitere Fälle gegeben hat, bestätigte auch der Bonner Tierarzt Miroslav Schwarz, in dessen Behandlung Mona war: "Wir haben vergangene Woche aus Rheinbach allein fünf Fälle zur Behandlung bekommen, zwei aus Neukirchen."
Er wartet auch die toxikologischen Ergebnisse ab. Er vermutet, dass es sich um Organophosphate handelt. Die Symptome seien fast immer gleich: Die Tiere fangen recht bald an zu krampfen, ähnlich wie bei einem epileptischen Anfall." Helfen könne dann nur ein entsprechendes Gegengift und eine intensive medizinische Behandlung.
Während sich Mona von der Attacke noch erholt, hat sein Herrchen eine genaue Aufzeichnung des Fundortes am Dienstag der Polizei samt Strafanzeige sowie Hinweise an das Rheinbacher Ordnungsamt weitergegeben.
Daniela Lindemann von der Pressestelle der Bonner Polizei sagte dem General-Anzeiger: "Nach Rücksprache mit dem Rheinbacher Ordnungsamt und dem Veterinäramt wurden uns die Fälle bestätigt. Wir nehmen sie sehr ernst und ermitteln mit Hochdruck", sagte sie. Die Polizei appelliere an Hundebesitzer, in solchen Fällen Strafanzeige zu stellen, weil sie sonst nicht tätig werden könne. Nun hofft sie auf die Mithilfe aus der Bevölkerung.
Wer Giftköder auslegt, verstößt gegen das Tierschutzgesetz und kann in schweren Fällen sogar mit einer Haftstrafe rechnen. Außerdem werden nicht nur Hunde gefährdet, sondern auch Kinder, die draußen spielen.
Hinweise an das Kriminalkommissariat Bonn unter der Rufnummer (02 28) 150. Der Rheinbacher Hundeverein hat wegen der Fälle eine Internetadresse eingerichtet, an die sich Hundebesitzer wenden können: info@hundefreunderheinbach.de.
http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=news&itemid=10001&detailid=285698






3. Neuenkirchen: 50 Meter Strand für Hunde am Offlumer See beantragt
Neuenkirchen - Die Interessengemeinschaft "Hund am See" hat bei der Bezirksregierung in Münster einen Antrag auf ein 50 Meter langes Uferstück am Offlumer See gestellt. Hier sollen sich Herrchen und Frauchen mit ihren Hunden aufhalten dürfen.
Gefühl von Freiheit
50 Meter, die sich weit abseits vom Badestrand an den Trichtern befinden - 50 Meter "Freiheit für die Hundefreunde", die in der Vergangenheit oft kritisiert wurden.
"Unhygienisch", sagten die einen. Eine "Frechheit", die anderen. Denn nach Meinung einiger werde das Gebiet zur Trinkwasserförderung gebraucht, Hinterlassenschaften von Hunden im Wasser hätten da nichts zu suchen - zumal, wenn hier Menschen baden.
"Völlig falsch", versicherten die Hundefreunde jetzt in einer Versammlung noch einmal. Denn biologisch sei es den Vierbeinern nicht möglich, ihre Geschäfte im Wasser zu erledigen. Außerdem wolle man den Badestrand nicht unterhalb der Trichter beanspruchen, sondern ein ganzes Stück weit entfernt vom Badestrand.
50 Meter möchte sie genehmigt haben, an denen sich die Hundehalter frei mit ihren vierbeinigen Freunden aufhalten können. Es gab Rückhalt aus der Gemeinde, auch die Behörde in Münster zeigte sich kooperativ. Es gibt allerdings noch einige Bedingungen für die Hundefreunde zu erfüllen. Denn eine Auflage für die Genehmigung des 50 Meter- Streifens ist das Einverständnis des Nutzungsberechtigten oder des Eigentümers dieser Fläche. Hier sind noch Gespräche erforderlich.
Pflege ist Bedingung
Die zweite Bedingung: Es muss Verantwortliche der Interessengemeinschaft geben, die sich dazu verpflichten, den 50 Meter-Streifen zu pflegen und sauber zu halten. Und die Hundefreunde wollen Verantwortung übernehmen. So erklärten sich am Freitagabend gleich fünf Hundefreunde der IG bereit, diese Pflegeaufgabe zu übernehmen. - jbö
http://www.westline.de/nachrichten/lokal/index_nachricht.php?file_name=630_0
01_3445788&newsline=lokal&catchline=ne/%25/ln&szm_flag=1




4. Zwangseinweisung in Tierheim: Hundehalter muss zahlen
Tierisch teuer: Wird ein Hund auf Anweisung der Behörden in einem Tierheim untergebracht, muss der als unzuverlässig eingestufte Besitzer des Vierbeiners auch für die laufenden Kosten der zwangsweisen Heimunterbringung aufkommen. Das hat jetzt das Verwaltungsgericht Neustadt a. d. Weinstraße entschieden (Az. 5 K 1373/06.NW).
Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.anwaltshotline.de) berichtet, wurde damit der Eigentümer eines ihm weggenommenen und ins Heim gebrachten Staffordshire-Terriers vom Ordnungsamt mit 3.700 Euro zur Kasse gebeten. “So hoch waren die im Laufe eines Jahres angefallenen Ausgaben, die das Tierheim exakt per Rechnungen belegen konnte”, sagt Rechtsanwalt Hans-Jürgen Leopold (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1867800-0 für 1,99 Euro pro Minute). Und die Richter waren der Auffassung, dass ein Tagessatz von ca. 10 Euro für einen Hund im Heim angemessen sei, bei einer Zwangseinweisung dafür aber nicht die Allgemeinheit aufzukommen habe.
“Der Hundehalter bleibt trotz der Trennung vom Tier auch weiterhin für alle entstehenden Kosten erstattungspflichtig - es sei denn, er überlässt es einer zuverlässigen und geeigneten Person, die es auslösen und mit nach Hause nehmen darf”, erklärt Rechtsanwalt Leopold.
http://www.marlaktuell.de/?p=10754




5. Tagesplatz für Tibetterrierrüden in Ratingen gesucht
Die HUTA Ratingen sucht im Auftrag einen Tagesplatz für Tibetterrierrüden in Ratingen, oder Düsseldorf.
Die Halterin ist sehr anspruchsvoll, was die Unterbringung Ihres Hundes angeht und bevorzugt einen Platz, bei dem der Hund im Mittelpunkt steht.
Kontakt: HUTA Ratingen, Jennifer Jung, 0178- 41 46 411, jjung@huta-ratingen.de, www.huta-ratingen.de




6. Hunde von wohnungslosen Menschen
Eine Aktion der Menschen für Tierrechte/TVG Saar e.V.
Hilfe für die tiermedizinische Grundversorgung
Näheres als PDF-Datei: www.tvg-saar.de/download/HundevonwohnungslosenMenschen.pdf




7. Verhandlung gegen Hundehändler aus Dorsten
Dorsten: Auffälliges im zweiten Anlauf
Dorsten - Die Vernehmung einer Verwaltungsfachangestellten aus dem Dorstener Ordnungsamt stand neben weiteren Hundekäufern, die ihr Schicksal schilderten, auf der Themenliste der zurückliegenden Verhandlung im Prozess gegen Hubert Winkel vor dem Dorstener Amtsgericht.
Beschwerden bezüglich der Tierhaltung habe sie an das Kreisveterinäramt weitergeleitet. Am 19. März 2002 sei es "nicht um Tierschutz, sondern um Geruchsbelästigung und immense Verschmutzung" gegangen, so dass sie sich selbst vor Ort ein Bild machte. "Ich konnte an diesem Tag nichts Auffälliges feststellen." Die Verteidigung zitierte aus ihrem seinerzeit festhaltenen Vermerk: "Gepflegt und gut versorgt".
Vier Wochen später war die Zeugin vor Gericht als Zeugin der Durchsuchung auf dem Winkel-Hof präsent. "Ich hatte immer noch einen guten Eindruck, war aber geschockt, was die Tierärzte feststellten. Die waren entsetzt über den Zustand der Tiere und geschockt über die Häufung an Welpen in einer Box." Während für die Mediziner auch Krankheitsbilder augenfällig geworden seien, "sah es für mich genauso aus, wie beim ersten Besuch", so die Mitarbeiterin des Ordnungsamtes.
Die Verteidigung stellte den Antrag, einen weiteren Mitarbeiter des Ordnungsamtes zu hören und wollte die Behandlungsprotokolle eines Tierarztes genauer unter die Lupe genommen wissen. - se
02. März 2007 | Quelle: http://www.westline.de



8. Armut Weil die Inselbewohner kein Geld für Futter haben, lassen sie ihre Tiere töten oder verwahrlosen
Überflüssig und teuer - Grönlands großes Hundesterben
Die Tragödie der Schlittenhunde wirft ein Licht auf das Leben der Grönländer. Es ist bestimmt von Alkohol, Gewalt und sozialer Auflösung.
Von Ingrid Raagaard
Kopenhagen/Grönland -
Das Problem ist in Grönland seit Jahren bekannt. Aber als nun eine dänische Zeitung Fotos von verhungerten, geschlagenen und misshandelten Schlittenhunden zeigte und berichtete, dass bis zu 70 Prozent aller Schlittenhunde ein jämmerliches Dasein führen, schlug die Nachricht in Skandinavien wie eine Bombe ein. Tierschutzorganisationen in Norwegen und Dänemark forderten Touristen auf, Grönland zu meiden. Innerhalb weniger Tage erhielt die grönländische Regierung Berge von Protestbriefen. Die Reaktionen waren so heftig, dass sich die Regierung höchstpersönlich darum kümmern will. Der Abgeordnete Siverth Heilmann: "Das schadet dem Ruf Grönlands. Das sollte im modernen Grönland nicht passieren."
Schon mehrere Male hatten die Behörden etwas gegen die kollektive Hundemisshandlung unternehmen wollen. Aber irgendwie waren die Hunde dann doch immer wieder in Vergessenheit geraten. Fatal: Denn in den Problemen der Hunde spiegeln sich die Probleme der Kalaallit, der Einwohner Grönlands, wider. Viele von ihnen können kaum für sich selbst sorgen. Wie sollen sie da für vier, fünf oder noch mehr Hunde Verantwortung tragen?
Wie schwer sich die Grönländer damit tun, zeigt die Geschichte der Fischfabrik von Ilulissat. In Ilulissat leben 4300 Menschen, und bis vor Kurzem lebten dort auch 6000 Schlittenhunde. Ilulissat ist keine Kleinstadt, wie man sie in Mitteleuropa kennt. Die Häuser sind weit verstreut, und während in anderen Teilen der Welt die Familien ein Auto vor dem Haus stehen haben, leistet man sich Ilulissat ein Gespann Schlittenhunde. Bei Eis und Schnee sind sie immer noch das beste Fortbewegungsmittel.
Die Fabrik in Ilulissat hatte viele Jahre die Produktionsreste gratis für Schlittenhunde abgegeben. 2005 wurde genau dieser Teil der Fischindustrie geschlossen. Schon in den ersten Wochen nach der Schließung mussten die Tierärzte 1171 Schlittenhunde einschläfern. Insgesamt starben fast 1900 Tiere. Anthon Frederiksen, Bürgermeister von Ilulissat, teilte mit: "Die Besitzer haben selbst für die Einschläferung gesorgt. Sie wollten nicht, dass die Hunde hungern."
Einigen der betroffenen Grönländer war es einfach zu fremd, für Hundefutter, das die Natur immer übrig hatte, zu bezahlen. Anderen, die vielleicht bezahlt hätten, fehlte dagegen das Geld. Das Leben auf Grönland ist für viele nicht nur wegen des eisigen Wetters hart und mühsam.
Und diese Lebenskämpfe der Grönländer haben Ursachen, die weit zurückreichen. Dänen und Norweger hatten die größte Insel der Erde und ihr ewiges Eis erobert und erforscht, 1814 wurde Grönland dänische Kolonie. Nach dem Zweiten Weltkrieg beschloss man die Entkolonialisierung, und am 5. Juni 1953 wurde die Insel eine eigenständige Provinz. 1979 bekam Grönland seine eigene Regierung, nur außenpolitisch wird die Insel immer noch von Dänemark vertreten.
Bis heute sind viele Grönländer mit der Art, wie die Entkolonialisierung abgewickelt wurde, unzufrieden. "Dänemark hat gelogen, manipuliert und geschwiegen, als wir Grönländer nichts ahnend das dänische Grundgesetz aufgezwungen bekamen", schimpfte Lars-Emil Johansen, der Grönland als Abgeordneter in Kopenhagen vertritt. Hans Enoksen, Grönlands Regierungschef, forderte eine unparteiische Untersuchung. Mitte Januar wurde der Bericht veröffentlicht. Fazit: Einiges hätte besser laufen können, aber alles in allem hat sich Dänemark ordentlich verhalten.
Vor allem aufgrund der Tatsache, dass die Grönländer nicht nur aus ideologischen Gründen selbstständig werden wollten. Die einstige Kolonie stärkt ihr Selbstbewusstsein mit den enormen Bodenschätzen. Es soll Diamanten geben und viel Öl. Die Regierung Grönlands verhandelt im Moment mit vier Öl-Multis. Im März sollen die ersten Verträge unterschrieben sein. Jörn Skov Nielsen, Leiter des Rohstoffdirektorats in der Hauptstadt Nuuk, voller Optimismus: "Die grönländischen Ölvorkommen können so groß wie die in der Nordsee sein." Für die ca. 56 000 Einwohner würde das fast unvorstellbaren Reichtum bedeuten.
Träume von einer goldenen Zukunft für Grönland sind kein unbekanntes Phänomen. Die gab es schon in den Fünfzigerjahren, als Dänemark viel Gutes tun wollte.
Und fast sah es so aus, als würde der Traum Wirklichkeit werden. Man baute Städte, Häuser, Fabriken, Schulen und Krankenhäuser. Die Kindersterblichkeit sank drastisch, die Lebensqualität stieg.
Erst zu spät merkte man, welchen Preis man bezahlt hatte. Die Kalaallit vergaßen ihre Traditionen und verloren ihre Wurzeln. Der Beruf des Jägers, das Herz der grönländischen Kultur, wurde in großen Teilen des Landes überflüssig. Kleine Fischerdörfer lösten sich auf, die Familien zogen in die neuen Städte.
In den Städten gab es zwar Wohnblocks und einen Supermarkt - aber auch Arbeitslosigkeit und Alkohol. Heute hat Grönland eine der höchsten Verbrechensraten der Welt. Vergewaltigungen sind auf Grönland 26-mal häufiger als in Dänemark, Tötungsdelikte kommen elfmal häufiger vor. Eine grönländische Kommission ist 2003 in einer Untersuchung zu dem Schluss gekommen, dass sowohl Alkohol als auch verdeckte psychische Krankheiten hinter diesen Horrorzahlen stecken. Erst in den letzten Jahren hat man begonnen, Alkoholiker zu beraten und Leuten mit psychischen Problemen zu helfen. Die Politik und die Behörden tun sich jedoch schwer. Richtig glücklich mit sich, ihrem Leben und ihren Hunden wären die Grönländer vielleicht erst wieder, wenn sie zurückkehren würden zu ihrem einfachen Leben von einst. Ein historisches und politisches Unding, meinen viele. Deswegen sucht man verzweifelt nach Lösungen.
Wie verzweifelt man sucht, erfuhren grönländische Zeitungsleser im Februar. Tommy Marö, grönländischer Bildungsbeauftragter und Abgeordneter, flog mit einer Delegation nach Hawaii. Die Begründung: Hawaii und Grönland hätten einen ähnlichen kulturhistorischen Hintergrund. Es sei wichtig, Inspiration außerhalb Grönlands zu suchen. Neue Erkenntnisse oder Lösungen sind aber noch nicht bekannt.
erschienen am 1. März 2007
http://www.abendblatt.de/daten/2007/03/01/698075.html





9. Experte erschrickt über Gefahr
23-Jähriger "vergisst" Giftschlangen
05.03.2007
Von Dieter Fluck, Tel.: (06471) 938029, redaktion.wt@mittelhessen.de
Weilmünster/Limburg. Helfer des Tierheims Limburg sind am Wochenende zu einem kniffligen Einsatz in ein Mehrfamilienhaus nach Weilmünster gerufen worden: Vier giftige Klapperschlangen und zwei Hornvipern, die ein 23-Jähriger dort zurückgelassen hatte, mussten aus einer Wohnung abgeholt werden.
Reptilienexperte Hans-Jürgen Bigos kann es kaum glauben. Er zeigt eine der beiden hochgiftigen Hornvipern, die er aus einem Wohnzimmer in Weilmünster geholt hat.
"Wir waren froh, dass wir die beiden Königpythons gut unterbringen konnten, jetzt haben wir schon wieder sechs neue Schlangen." Die Limburger Tierheimleiterin Adelheid Noble ist ziemlich verärgert: "Das ist das Ergebnis ständiger Reptilienbörsen. Da kann sich jeder seine Giftschlangen oder einen Leguan kaufen und daheim im Wohnzimmer halten. Es ist ja nicht verboten."
Der 23-jährige Mann hatte sich die sechs giftigen Reptilien angeschafft, die er in zwei Terrarien im Wohnzimmer eines Sechs-Familien-Wohnhauses hielt. Dort lebte er mit einer jungen Frau und zwei kleinen Kindern im Alter von zwei und vier Jahren zusammen.
Als die Beziehung in die Brüche ging und er auszog, ließ er nicht nur seine "Ex", sondern auch die Schlangen zurück. Mehrfach hatte ihn die mit den Exoten überforderte Frau gebeten, die Terrarien abzuholen. Als die 25-Jährige nach drei Monaten noch immer mit den Schlangen in einer Wohnung leben musste, verständigte sie das für den Tierschutz zuständige Veterinäramt.
Die Amtstierärzte beauftragten den Tierschutzverein mit der Wegnahme. "Wegen schlechter Haltung und keiner Fütterung", wie es hieß. Für diese Spezialaufträge kann sich das Tierheim glücklich schätzen, mit Hans-Joachim Bigos einen Fachmann für Reptilien in seinen Reihen zu haben. Der 51-Jährige betreibt eine Auffangstation, wo er sich auch um die artgerechte Fütterung kümmert. Schlangen verzehren am liebsten Wüstenmäuse.
Als Bigos die Situation der Haltung sah, war er ziemlich erschrocken. "Das eine Terrarium, in dem die beiden hochgiftigen Hornvipern lagen, war ziemlich marode und viel zu klein", berichtete er.
Das Glas war gerade mal vier Millimeter stark; die Schiebescheiben lösten sich bereits aus ihrer Verankerung. "Das ist grob fahrlässig; die Mindeststärke wäre acht Millimeter", klärte er die junge Mutter über die Gefahren auf. Tierschützer fordern Einschränkung bei Handel mit ExotenUnd in ein Wohnzimmer eines Mehrfamilienhauses gehörten Giftschlangen schon gar nicht, brachte der Experte sein Unverständnis zum Ausdruck.
Es werde höchste Zeit, dass die hessische Landesregierung ihr Vorhaben wahr mache und die private Anschaffung solcher giftiger Tiere verbiete, beziehungsweise dass bereits vorhandene Tiere beim Ordnungsamt gemeldet werden müssen. Auch gegen den Handel mit exotischen Tieren ziehen Tierschützer zu Felde. "Es kann nicht sein, dass sich jeder nach Lust und Laune ein Stück Amazonas in seine Wohnung holen kann", sagt Hans-Jürgen Bigos.
Von Zoohändlern werde ein Sachkundenachweis verlangt, beim Endabnehmer sei dann alles egal: "Das ist wie Autofahren ohne Führerschein." Der 51-Jährige legt sich regelmäßig mit den Betreibern und Händlern auf Reptilienbörsen an und weist darauf hin, dass der Tierschutzverein Limburg-Weilburg die hessische Tierschutzbeauftragte Madeleine Martin bei ihrer Forderung an die Bundesregierung unterstützt, den Handel mit exotischen Tieren gänzlich zu verbieten.
"Die Klapperschlangen aus Weilmünster sind bis zu 80 Zentimeter lang und in Mexiko beziehungsweise New Mexiko zu Hause. Die etwas kürzeren Hornvipern kommen aus dem Nordosten Venezuelas", weiß Experte Bigos: "Das sind Wüstentiere und Einzelgänger, die keinen Rudelkontakt lieben. Da kann man nicht vier Klapperschlangen in ein enges Terrarium setzen."
Er verweist auf die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT). Nach den dort organisierten Experten dürfte das Motiv für die private Haltung von Giftschlangen nur im Interesse der Forschung liegen.
Als Pfleger von Giftschlangen eigneten sich nur Personen, die über langjährige Erfahrungen im Umgang mit ungiftigen Schlangen verfügen.
Der Zugriff Unbefugter müsse in jedem Fall sicher und für mögliche Bissanfälle eine ausreichende Menge von Antiseren vorhanden sein. Bigos: "Die Halter von Giftschlangen, auch von giftigen Vogelspinnen müssten in Mehrfamilienhäusern das Einverständnis aller anderen Mieter einholen."
http://www.weilburger-tageblatt.de/main.php?ses_viewmode=37&
dir=152&content_id=297910






10. Wer hat Senta am Freitagnachmittag gesehen?
Senta, eine Boxer-Schäferhund-Mischlingshündin, wurde am vergangenen Wochenende von Unbekannten gestohlen, erwürgt und in einen See nahe Kosel geworfen. Foto hfr
Kosel – Katrin Klischat war zwölf Jahre alt, als sie die acht Wochen alte Schäferhund-Boxer-Mix-Hündin Senta bekam. Am Wochenende musste die 28-Jährige ihren vierbeinigen Begleiter beerdigen. Nicht, weil der Hund an Altersschwäche gestorben war. Sondern weil Unbekannte das wehrlose Tier aus ihrem Garten in Kosel zerrten, mit dem eigenen Halsband erwürgten und dann offenbar in den nahe gelegenen Bültsee warfen.
Auch gestern Morgen war die Koselerin noch fassungslos über das, was am Wochenende passiert ist. Gemeinsam mit Freundin Wibke Behrens vom Henneroder Reiterhof "Pferd und Mensch – ein Team" saß sie mit einem Foto der Mischlingshündin und ihrer Leine am KN-Redaktionstisch. "Wer macht so etwas? Wer tut einem wehrlosen, alten Hund so etwas an?", diese Frage stellt Katrin Klischat immer wieder, seitdem sie Senta aus dem Wasser gezogen hat. Als sie am Freitagabend in die Koseler Gartenanlage kam (gegen 13 Uhr hatte Katrin Klischat den Garten verlassen), war sie sofort beunruhigt, weil die alte Hündin nicht an ihrem Platz war. "Wir fanden Blutspuren. Das war schon sehr ungewöhnlich, denn Senta hat – schon wegen ihres Alters – nie den Garten verlassen." Schnell waren Flugblätter gefertigt, die in der näheren Umgebung ausgehängt wurden. Doch es tat sich nichts. Erst am Sonntagmittag kam ein Anruf: Spaziergänger hatten erst die kleinen Plakate gelesen und kurz darauf vom Ufer aus den toten Hund im Wasser treiben sehen. "Der Verdacht am Telefon hat sich schnell bestätigt. Es war meine Senta, die dort erwürgt im See lag."
Natürlich hat Katrin Klischat Anzeige bei der Polizei erstattet. Die Polizei hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung: "Wer hat den Hund am Freitagnachmittag gesehen?" "Schließlich wird sich Senta an der Leine gewehrt haben", sagt Katrin Klischat. Für Hinweise, die an die Riesebyer Polizei unter Tel. 04355/510 oder 110 gemeldet werden können, ist bereits eine Belohnung ausgesetzt worden. "Es ist wichtig, den Menschen zu sagen, passt auf eure Tiere auf", betont Wibke Behrens in dem Zusammenhang. Denn so etwas darf kein zweites Mal passieren. eix
http://www.kn-online.de/news/archiv/?id=2084565




11. Nachdenkliche Worte einer Tierheimleiterin
Liebe Frau B., und Tierfreunde
täglich lese ich alles, was über Ihren Verteiler kommt in der Hoffnung, helfen zu können. Ich habe alle Hochachtung vor den Menschen die alles tun, um Tiere in ein neues zu hause zu vermitteln oder sie das erlebte vergessen lassen.
Aber leider lese ich in der letzten Zeit im Verteiler immer häufiger Sätze wie:
"..........hinter Tierheimgittern fristen".
"..........ihr das zu geben, wonach sie sich so lange im Tierheim gesehnt hat:: Menschliche Zuwendung und Geborgenheit".
Sind Menschen, die in den Tierheimen arbeiten, die schlechteren Tierschützer?
Wir in den Tierheimen sind von unkundigen Besuchern gewohnt dass es heißt:
"Ach die armen Tiere im Tierheim"
Aber von Tierschützern?
Ich kann allen immer nur  dieselbe Antwort geben:
"98% unserer Tiere sind ausgesetzte Tiere, die verängstigt und zum Teil im schlechtesten Zustand zu uns kamen. Bei vielen mussten wir wochenlang sitzen und uns auf das intensivste darum kümmern, bis sie wieder Vertrauen in den Menschen hatten und als fröhliche Wesen in ein neues zuhause vermittelt werden konnten.
Natürlich können wir nicht die Couch inmitten einer Familie ersetzen, aber wir geben ihnen alle unsere Zuwendung damit sie sich wieder geliebt fühlen! Wer glaubt, dass ein Tier im Tierheim keine Zuwendung bekommt, war entweder noch nie in einem Tierheim oder im falschen -  falls es das gibt.
Die Aufgabe der Tierheime ist nicht nur, die Tiere aufzunehmen, zu füttern und sauber zu halten, sondern unsere wichtigste Aufgabe besteht darin, alles was andere Menschen den Tieren angetan haben. wieder gut zumachen! Unsere Tiere werden geliebt und mit Respekt behandelt und was selbstverständlich ist als UNSERE Tiere angesehen. Ich möchte mit dieser Mail niemanden persönlich ansprechen aber ich empfinde solche Aussagen als sehr verletzend gegenüber den Tierheimen. Vielleicht sollte die Formulierung überdacht werden, wenn man wieder und leider viel zu oft auf ein mitleidiges liebes Herz angewiesen ist.
Einen trotzdem lieben und respektvollen Gruß an alle Tierfreunde
Karin Mendel, Tierheim Bremerhaven, info@tierschutz-bremerhaven.de




AHO Aktuell - Informationen zur Tiergesundheit
12. Leverkusen: Räude bei Füchsen +++ Infektionsgefahr für Hunde und Katzen
Leverkusen (aho) - Ingesamt vier an der Räude erkrankte Füchse sind in Leverkusen seit Dezember Am Scherfenbrand erlegt worden. Am Wochenende wurde erstmals auch im Stadtteil Steinbüchel ein erkrankter Fuchs von einem Jäger geschossen. Die Räude wird durch Sarkoptes-Milben ausgelöst. Die Hautmilben lösen durch ihre Grabaktivitäten starken Juckreiz und Haarausfall aus. Amtstierarzt Dr. Kurt Molitor mahnt Hunde- und Katzenbesitzer, ihre Tiere generell nicht unkontrolliert herumlaufen zu lassen sollten. Sollte das Tier nicht gehorchen, darf es nur an der Leine geführt werden, so der Veterinär. Generell sollten tote und erkrankte Wildtiere nicht berührt werden, da Räude auch auf den Menschen übertragbar ist.
(c) Copyright AHO Aktuell - Informationen zur Tiergesundheit
www.animal-health-online.de




13. Zwischen Tierquälerei und Mythos
100'000 Dollar für einen Trip durch Eis und Kälte
Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat mit dem «Iditarod-Race» das längste Hundeschlitten-Rennen der Welt begonnen. 82 Teilnehmer kämpfen sich während den nächsten Wochen durch das raue Alaska.  Die Strecke ist halb so lang wie die Tour de France. Doch anders als bei berühmten Radrennen haben die Teilnehmer des «Iditarod-Race» kaum Ruhm zu erwarten. Tierschützer laufen regelmässig Sturm gegen die «Quälerei». Den Anhängern hingegen reicht der Mythos, am «letzten grossen Rennen», wie sie es nennen, teilgenommen zu haben.
7000 Dollar für einen Hund
Dafür scheuen die Teilnehmer keine Kosten und keine Plackerei. Bis zu 100'000 Dollar muss ein Neuling aufbringen, bis er sich zum anerkannten Schlittenführer hochtrainiert hat. Allein ein Husky kostet 7000 Dollar. Wer es ernst meint mit dem Rennen, braucht mindestens 18 Hunde. Obwohl auch bei diesem Rennen inzwischen  Technik Einzug gehalten hat, bleibt die Tour gefährlich.
Erschöpfung und Halluzinationen
In der Regel fällt rund die Hälfte der Schlittenhunde wegen Krankheit oder  Erschöpfung aus. Zudem brechen beim Überqueren von Flüssen immer wieder  Teams im Eis ein. Erfrierungen und Halluzinationen durch extreme Erschöpfung machen fast alle  Teams durch. Nur etwa ein Viertel der Teilnehmer hat ernsthafte  Siegeschanchen. Das kümmert die Teilnehmer jedoch wenig. «Es ist mir völlig egal, ob ich  Vierte werde oder auf dem 60. Platz lande», sagte stellvertretend die  Norwegerin Sigrid Ekran.
http://tagesschau.sf.tv/nachrichten/archiv/2007/03/06/
vermischtes/zwischen_tierquaelerei_und_mythos




14. Wie fotografiere ich eine Welpe
1.Nehmen Sie einen neuen Film aus der Schachtel und laden Sie Ihre Kamera.
2.Nehmen Sie die Filmschachtel aus dem Maul des Welpen und werfen Sie sie in den Abfalleimer.
3.Nehmen Sie den Welpen aus dem Abfalleimer und buersten Sie ihm den Kaffeesatz aus der Schnauze.
4.Waehlen Sie einen passenden Hintergrund fuer das Foto.
5.Montieren Sie die Kamera und machen Sie sie aufnahmebereit.
6.Suchen Sie Ihren Welpen und nehmen Sie ihm den schmutzigen Socken aus dem Maul.
7.Plazieren Sie den Welpen auf dem vorbereiteten Platz und gehen Sie zur Kamera.
8.Vergessen Sie den Platz und kriechen Sie Ihrem Welpen auf allen Vieren nach.
9.Stellen Sie die Kamera mit einer Hand wieder ein und locken Sie Ihren Welpen mit einem Leckerchen.
10.Holen Sie ein Taschentuch und reinigen Sie das Objektiv vom Nasenabdruck.
11.Nehmen Sie den Blitzwuerfel aus dem Maul des Welpen und werfen Sie ihn weg (den Blitzwuerfel natuerlich!)
12.Sperren Sie die Katze hinaus und behandeln Sie die Kratzer auf der Nase des Welpen mit etwas Gel.
13.Stellen Sie den Aschenbecher und die Zeitschriften zurueck auf den Couchtisch.
14.Versuchen Sie, Ihrem Welpen einen interessanten Ausdruck zu entlocken, indem Sie ein Quietschepueppchen ueber Ihren Kopf halten.
15.Ruecken Sie Ihre Brille wieder zurecht und holen sie Ihre Kamera unter dem Sofa hervor.
16.Springen Sie rechtzeitig auf, nehmen Sie Ihren Welpen am Nacken und sagen Sie zu ihm: "Nein - das machst du _draussen_!"
17.Rufen Sie Ihren Ehepartner, um Ihnen beim Aufraeumen zu helfen.
18.Mixen Sie sich einen doppelten Martini.
19.Setzen Sie sich in einen bequemen Lehnstuhl und nehmen Sie sich vor,  gleich morgen frueh mit dem Welpen "Sitz" und "Platz" zu ueben.
http://club.womenweb.de/vorlagen/userarticle.asp?selectiontype=4&EditorUserI
D=782060&ArticleID=1223





15.  "Bambi-Krieg" gegen die Deutschen
Ein kanadischer Politiker holt zum Gegenschlag aus: Weil in Deutschland ein Einfuhrverbot für Robbenpelze erwogen wird, soll Kanada die Einfuhr von Wildfleisch verbieten
Kanada will Deutschland den "Bambi-Krieg" erklären: Denn als "Vergeltungsmaßnahme" für das von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer angekündigte deutsche Einfuhrverbot von kanadischen Robbenprodukten soll das Parlament in Ottawa aus Deutschland stammendes Reh- und Wildschweinfleisch mit einem Bannfluch belegen. "Statt sich über das angebliche kanadische Robbenschlachten aufzuregen", erklärte der Abgeordnete Scott Simms bei der Vorlage seines Gesetzentwurfs, "sollen die Deutschen erst einmal mit dem Abknallen von Bambis aufhören."
Alljährlich zu Beginn der winterlichen "Erntesaison" kommen die kanadischen Robbenjäger weltweit in ganz üble Schlagzeilen. Umwelt- und Tierschutzverbände stufen das Erschlagen der Robben mit Knüppeln als Tierquälerei ein und fordern schon lange ein totales Jagdverbot. Aus Protest verfügte die belgische Regierung als erster EU-Staat bereits vor zwei Monaten ein totales Einfuhrverbot für Robbenpelze, und Großbritannien kündigte in der vergangenen Woche "Maßnahmen" an.

Jäger in "nackter Not"
Aber in helle Aufregung versetzte die Kanadier erst Seehofers Plan. Denn neben den asiatischen Staaten ist Deutschland der drittgrößte Abnehmer von kanadischen Robbenpelzen. "Wenn das in Deutschland durchgeht, können wir einpacken", warnte Simms. Er ist Abgeordneter eines Wahlkreises in Labrador, der Heimat der meisten der rund 6000 kanadischen Robbenjäger. "Das sind alles im Winter arbeitslose Fischer, und denen droht bei einem deutschen Einfuhrverbot die nackte Not."
Die kanadischen Robbenjäger erinnern sich alle noch an das Jahr 1983, in dem die Europäer bereits die Pelzeinfuhr von schneeweißen Robbenjungtieren untersagten. Das führte zu einer Massenarbeitslosigkeit unter den Jägern und einem wenig später von der kanadischen Regierung verfügten gesetzlichen Jagdverbot für Jungtiere. "Von diesem Schlag beginnen wir uns gerade zu erholen", klagt Simms, "und jetzt machen die Deutschen wieder Ärger."
Die Jäger und ihr parlamentarischer Fürsprecher bestreiten die ihnen zur Last gelegte Tierquälerei entschieden. Das Erlegen der Robben mit Knüppelschlägen sei human: "Wer dagegen demonstriert, sollte sich doch mal im heimatlichen Schlachthof umsehen", kritisiert Simms. Im Übrigen gebe es eine regelrechte Robbenplage: "Die Kolonien werden immer zahlreicher und fressen komplette Fischgründe leer."

"Süße Bambis"
Statt seine Nase in die kanadischen Bemühungen zur Begrenzung der Robbenherden zu stecken, sollte sich der deutsche Landwirtschaftsminister besser mit den einheimischen Jägern beschäftigen, meint Abgeordneter Simms: "Die knallen jedes Jahr eine halbe Million Wildschweine und mehr als eine Million Rehe ab. Und unter denen sind viele süße Bambis. Und wie viele der nur angeschossenen Tiere dann qualvoll und langsam verenden, will ich erst gar nicht wissen."
Dass ein kanadisches Einfuhrverbot für Wildschwein- und Rehfleisch aus Deutschland ein wirksames Druckmittel wäre, glaubt nicht einmal Simms: "Kanadas Einfuhren von Wildbret aus Deutschland sind nicht sehr groß." Aber ihm geht es ums Prinzip: "Die Deutschen wollen mit zweierlei Maß messen und da machen wir nicht mit." (DER STANDARD; Printausgabe, 7.3.2007)
http://derstandard.at/?url=/?id=2794665




16. Importbann wegen Robbenjagd
VON GERD BRAUNE, 28.02.07, 18:47h
Werden immer noch gejagt: Robben
Ottawa/Berlin - Die Zahl der Sattelrobben, die in dieser Saison in Kanada getötet werden dürfen, ist noch nicht festgelegt. Im Vorjahr waren es 335000 Tiere. Vor allem Jungrobben, die sechs bis zwölf Wochen alt sind und ihr weißes Fell verloren haben, werden erlegt. Jetzt kündigte Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer an, das deutsche Tierschutzgesetz zu ändern, um ein Importverbot für Robbenprodukte erlassen zu können. Ein Sprecher des kanadischen Fischereiministeriums äußerte sich "enttäuscht" über Seehofers Ankündigung, die auf "unkorrekten Informationen " über die Jagd durch Tierschützer basiere.
"Der Tierschutz muss auch für Robben gelten", erklärte Seehofer. "Problematisch" nannte er die für die Tiere oft schmerzvollen Tötungsmethoden. Deshalb will der Minister ein EU-weites Importverbot für Robbenprodukte - vor allem Felle und Pastillen aus Robbenöl. Die EU-Kommission ist dem bisher aber nicht gefolgt. Dabei hatten sowohl das EU-Parlament als auch der Deutsche Bundestag bereits im Herbst Resolutionen verabschiedet, die ein Import verbot fordern. Begründet wurde dies mit der möglichen Gefährdung des Bestands der Sattel- und Klappmützenrobben. Doch die EU-Kommission sieht derzeit "keine Hinweise für eine signifikante negative Folge der Jagd für das Überleben dieser Arten".
Der Robbenbestand, der Anfang der 70er Jahre noch bei zwei Millionen Tieren lag, wird inzwischen auf fast sechs Millionen geschätzt. Zur Kritik an den Tötungsmethoden stellt die Kommission fest, es gebe "teils widersprüchliche " Berichte, dass die Robben auf inhumane Weise erlegt würden. Man werde dies untersuchen und die notwendigen Maßnahmen ergreifen, damit Standards für eine humane Jagd angewendet würden.
Neufundlands Fischereiminister Tom Rideout erklärte, er sei verärgert über die deutschen Absichten. Die Robbenjagd sei nachhaltig und basiere auf "solider Wissenschaft". Die Jagdmethoden seien tiergerecht und inhumane Praktiken würden nicht toleriert. Rideout verwies darauf, dass in Deutschland jährlich 1,2 Millionen Rehe und 500 000 Wildschweine gejagt würden. Es sei daher scheinheilig, Kanada wegen der Robbenjagd anzuklagen.

Streit um Tötungsmethoden
Die Robben werden vor allem im St.-Lorenz-Golf und an der Atlantikküste vor Neufundland erlegt - im Golf, wo etwa zehn Prozent der Tiere getötet werden, meist mit so genannten Hakapiks, einer Art Pickel. Vor Neufundland, wo der größere Teil der Jagd stattfindet, werden die Tiere erschossen. Wie Tierschützer behaupten, seien viele Robben noch bei Bewusstsein, wenn sie gehäutet würden. Und auch in der Resolution des EU-Parlaments heißt es, ein "Team internationaler Tierärzte" sei zu dem Schluss gekommen, dass 42 Prozent der getöteten Robben, die sie untersucht hätten, möglicherweise beim Häuten noch gelebt haben könnten.
Kanadas Fischereiministerium verweist auf andere Zahlen. Eine im kanadischen Tierärztejournal 2002 veröffentlichte Studie geht davon aus, dass 98 Prozent der Tiere in einer "akzeptablen humanen Weise" getötet würden. Zwei Prozent seien aber immer noch eine "signifikante Zahl", sagte die kanadische Tiermedizinerin Alice Crook in einer Parlamentsanhörung. Die Resolutionen von EU-Parlament und Bundestag betonen, dass sie sich nicht gegen die Jagd der Arktisbewohner, sondern gegen die kommerzielle Jagd richte.
Für die Inuit ist dies keine Beruhigung. Sie könnten zwar weiter Robben erlegen, um Fleisch zu haben und das Fell zu verarbeiten, die Felle aber nicht mehr verkaufen, sollte der Markt zusammenbrechen. Dies ist für viele Familien aber eine wichtige Einnahmequelle. In einem Schreiben an EU-Verbraucherkommissar Markos Kyprianou und Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte der Inuit Circumpolar Council (ICC) daher die Europäer gebeten, vor weiteren Beschlüssen erst mit den Inuit zu sprechen.
http://www.ksta.de/html/artikel/1172183404775.shtml