Sehr geehrte Damen und Herren,
wieder einmal bin ich fassungslos und empört über die Dummheit und Ignoranz der deutschen Ordnungsbehörden und Politiker.
Als Einwohner im Bundesland NRW dachte ich in letzter Zeit, daß es schon schlimm genug sein, in Köln wohnenden Arbeitskollegen erklären zu müssen, daß der Hund des Kollegen, welcher aus Neuwied (RP) stammt, anderen Bestimmungen unterliegt.
Immer wieder wird auch hier der Unmut laut gegen unsinnige und undurchdachte Bestimmungen, sowie die Berichterstattung der Medien. Insbesondere darf ich hier die zahlreichen Reportagen der SternTV Redaktion nennen, welche in vieler Hinsicht leider nicht auf einen Dialog in der Bevölkerung abzielen, sondern allein aufgrund von Quoten angesetzt werden. Ein Dialog zwischenHundehaltern und sagen wir mal "Skeptikern" ist hier scheinbar nicht einmal gewünscht. Eine einvernehmliche Einigung beider Parteien würde ja nur zu einem führen, nämlich daß eine Berichterstattung nicht mehr erforderlich wäre...
Um nun die nächsten Zeilen in einen etwas vernünftigen Zusammenhang zu stellen, möchte ich mich Ihnen als Hundebesitzer vorstellen.
Als 36 jähriger kaufm. Angestellter in einem führenden Softwareunternehmen (Banksoftware), habe ich seit ca. 3,5 Jahren die Verantwortung für einen jetzt 10 jährigen Langhaardackel übernommen, welcher von seinen "Besitzern" wegen eines Bandscheibenvorfalls eingeschläfert werden sollte. Im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in einem örtlichen Tierheim habe ich zahlreiche "gefährliche" oder "Kampf"hunde kennen und führen gelernt. Da mein Hund leider in Bezug auf bestimmte andere Hunde recht allergisch reagiert (schwarze Hunde, Rüden) habe ich bei vielen Gassigängen in diesem Tierheim immer nur die
"anderen" Hunde alleine ausgeführt. Hier muss man vielleicht zu Brauni's Ehrenrettung sagen, daß bei seiner Querschnittslähmung der zweite Hund der Familie (schwarz, Rüde) wohl immer auf ihn drauf ging.
Nebenbei habe ich fast ein Jahr neben dieser Familie gewohnt. Jedes mal, wenn Eltern, Kinder oder der andere Hund (oder eine Kombination aus vorgenannten) an uns beiden vorbeikam, wurde der keine Brauni zur "rasenden Wildsau". Kann man es vielleicht verdenken???
So, nun kommt es hat, wie bereits angedroht. Als Halter eines KLEINEN Hundes finde ich es absolut unhaltbar solche Diskriminierungen in dieser ach so beschämten Gesellschaft durchsetzen zu wollen!!!
Wenn ein Horst Köhler in Israel die Worte "Ich schäme mich" über seine Lippen bringt, dann kann ich diese Euthanasie, welche seit geraumer Zeit in Deutschland stattfindet, nur zutiefst (nocheinmal) Verurteilen. Wir sind nicht alle gleich (!!!) und unsere Hunde sind es such nicht (!!!).
Tut mir leid, aber das, was ich hier in Kurzform betreffend hellblauem Halsband lesen musste, ruft wieder einmal gewisse Emotionen in mir hoch...
Zurück vielleicht zu SternTV. Im vergangenen Jahr gab es gegen die unsachgemäße und unseriöse Berichterstattung, vor der SternTV Sommerpause, eine wirklich friedliche Demonstration. Hierfür wurde auch im Internet zur Teilnahme aufgerufen, leider war jedoch das Wetter nicht gerade das beste.
Sicherlich waren einige Besitzer sog. "gefählicher" Hunde dabei, es waren auch einige "ungefährliche" Hunde dabei. Nur der Großteil der Besitzer von großen Hunden hat den Ernst der Lage scheinbar nicht erkannt. Aufgrund dessen hat die Redaktion von SternTV lediglich einen Kameramann auf's Dach geschickt, für den Fall, daß es was "wirklich" interessantes gebe. Nur schade, die waren ja doch alle friedlich, so was aber auch...
Ich sebst habe Videoaufnahmen von dieser Demonstration gemacht...süße Knuffi's von der Bulldogge über Staff zum Mops...einfach genial, auch in der Lokalpresse gewesen... Diese Videoaufnahmen stelle ich gerne jedermann kostenlos zur Verfügung.
Um hier einmal die Ordnungsbehörden zu Kritisieren:
Als Mitglied eines Tierheimes, und als (damit) Führer eines "gefährlichen" Hundes habe ich mich bei meinem zuständigen Ordnungsamt gemeldet. Dort sagte man mir, daß der abgelegte und bestandene Sachkundenachweis "für'n A." oder sollte man höflich sagen,"nicht zu gebrauchen ist"...
Man wusste dort mit meiner abgelegten Sachkundeprüfung garnichts anzufangen. Ich hätte ja lt. Anmeldung einen Dackel und da gälte die nicht...
Laut Landeshundegetzte muss jedoch der Hundehalter, hier Tierheim, sich der Sachkunde versichern. Wie???? Keine Antwort im Telefonat. Eigentlich hatte ich erwartet, daß die Ordnungbehörden darauf kontrollieren würden, was für ein "Dackel" denn dort wäre...nix....
Als ich dann aufführte, daß der Hund meines Vermieters (im Haus und aus "meinem" Tierheim) auch mit mir Gassi geht, hieß es daß der Halter sich über die Sachkunde des Hundeführers informieren müsse. Wie, wenn ich nur 'nen Dackel habe und lt. Amt mein Sachkundenachweis für die Tonne wäre????
Die Ordnungsbehörden sind m.E. überfordert, nicht in der Lage, trauen sich nicht, an die jenigen heranzutreten, welche schon längst (erst als Person, dann als Hundebesitzer) Auflagen zu erfüllen hätten. Antstelle dessen macht man sich doch besser an unbescholtenen Bürgern die Taschen voll. Die haben sich eh nicht mit den "Kampf"hundebesitzern solidarisiert. Und jetzt laufen genau die auf die Pumpe....
Nicht, daß ich dem gemeinen (zu dem ich auch gehöre) Hundebesitzer das wünschen würde. Was mir, wie auch sicherlich Ihnen, am Herzen liegen würde, wäre eine gewisse Solidarität unter den "Veranwortungvollen Hundebesitzern".
Wie ich immer zu sagen pflege: "Wenn mein kleiner Dackel, oder der Hund meiner Freundin, jemanden beissen sollte (oder schlimmer noch, ein Kind), dann sieht das auch nicht gut aus". Sicherlich, das Verletzungsrisiko ist bei so einem Hund geringer. Aber wenn wir dann auch noch alle kräftigen Menschen bitte in die Wüste Schicken würden..????
Demzufolge ist ein hellblaues Halsband m.E. eine Forführung der Gesinnung , welche in Deutschland sicherlich nicht mehr gern gesehen sein sollte. Es gilt hier m.E. Hundehalter (allg.) dazu,mit aller möglicher Gewalt, aufzufordern, dafür zu sorgen, daß ihre Hunde keine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen!!! Dafür sollten alle (Behörden und Hundehalter) zuständig sein.
Die RASSE des Hundes und die RASSE des Menschen sollten keinen Maßstab zur Gefährlichkeit des Individuums darstellen!!!
Wenn hier in NRW gegen diesen "Schwachsinn" etwas getan werden kann, dann bitte ich um Ihre Antwort.
Volker K.
Pulheim